AnyDesk – Aktuelle Linux-Version bei angepasstem Client

Ich bin Nutzer der Software AnyDesk in der Professional Edition. Ein mir wichtiges Feature ist die Bereitstellung von angepassten Installern: Neben dem eigenen Logo lassen sich diverse Einstellungen fest vorgeben.

Leider hinkt AnyDesk hier bei der Linux Version etwas hinterher, was ich schade finde. So gibt es den angepassten Client für Linux nur in der Version 4.0.1 was dazu führt, dass der Client natürlich beim Start feststellt, dass er nicht aktuell ist. Aktuell ist die Version 5.1.1.

Um so erfreuter war ich, als meine Anfrage an den Support in sehr kurzer Zeit beantwortet wurde und mir einen Workaround mitgeteilt wurde:

In den erweiterten Einstellung kann man das Modul, welches in das Paket hinein soll, angeben:
_module=anydesk-5.1.1

Eintrag des zu verwendenden Moduls bei Erweitert

Und schon erhält man ein komprimiertes tar Archiv mit der angepassten AnyDesk Software.

Dies ist natürlich noch nicht perfekt. Ein Vorteil war ja, dass man einen öffentlichen Link erzeugen konnte, über den Kunden immer die aktuelle Version herunter laden konnten. Aber diese Anforderung ist für mich nicht relevant, so dass ich mal wieder voll und ganz zufrieden bin.

Und AnyDesk arbeitet auch an dieser Thematik – So hoffe ich, dass ich in naher Zukunft dann auch individuelle Installer als deb oder rpm herunter laden kann (In meinen Augen auch positiv, dass hier Pakete gebaut werden und nicht irgendwelche Binary Installer erzeugt werden die man dann aufrufen muss!)

Edit 1. Oktober 2019: Dieses Vorgehen scheint nicht mehr notwendig zu sein. Zumindest konnte ich nun auch die aktuelle Version 5.1.2 ohne diesen Workaround als angepasste Version herunter laden.

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Deepin mit Debian Repositories nutzen

Die Deepin 15.x Distribution basiert auf Debian, auf Debian sid (unstable) um genau zu sein. Wenn einem nun irgendeine Software in Deepin fehlt, diese aber bei Debian sid vorhanden ist, dann liegt es nahe, diese von den Debian Repositories zu beziehen.

Ehe wir uns aber Software aus einer weiteren Quelle beziehen sollten wir uns genau überlegen, was für Probleme wir uns damit eventuell einhandeln könnten:

  • Wenn Deepin Pakete von Debian erneuert werden, dann kann es passieren, dass Paketabhängigkeiten nicht mehr richtig funktionieren.
  • Pakete von Debian sid/unstable sind weniger getestet. Hier findet die Hauptarbeit an der Distribution statt und die Pakete wandern dann nach erfolgreichem Einsatz in die Testing Distribution ehe sie dann in einem stabilen Release landen.
  • Das Security Team von Debian kümmert sich in unstable nicht um Security Fixe. Daher kann es sein, dass notwendige Sicherheitspatche erst verzögert in sid/unstable landen.

Aus diesen Gründen ist die klare Empfehlung, dass wir bei Software doch am Besten bei der Software der Deepin Distribution bleiben und nur fehlende Stücke von den Debian Repositories installieren. Dies lässt sich über ein „Apt Package Pininning“ (oder kurz Apt Pinning) erreichen.

Konfiguration
Als erstes fügen wir das Repository von Debian hinzu:
Dazu erstellen wir die Datei /etc/apt/sources.list.d/debian.list mit folgendem Inhalt:

deb http://ftp.debian.org/debian sid main contrib non-free
deb-src http://ftp.debian.org/debian sid main contrib non-free

Nun setzen wir die Prioritäten (Apt-Pinning). Dazu erstellen wir die Datei /etc/apt/preferences mit folgendem Inhalt:

# Deepin Package Pinning
Package: *
Pin: release o=Linux Deepin
Pin-Priority: 990

Die Prioritäten können wir nach einem „sudo apt-get update“ nun per „sudo apt policy“ prüfen. Der Befehl sollte uns nun die Policies aufzeigen:

  • Prio 100 für /var/lib/dpkg/status
  • Prio 500 für debian repositories (mehrere)
  • Prio 990 für deepin repositories (mehrere)

Nun steht einer Nutzung nichts mehr im Wege. wir synchronisieren erst einmal unsere apt datenbank mit den Repositories: apt update

Nun können wir ein Paket von den Debian Repositories installieren oder das installierte Paket von dort updaten:
apt-get -t sid install libreoffice

(um z.B. libreoffice von Debian zu installieren oder auf die Debian Version upzugraden)

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O2 Surfstick 3 mit Deepin

Editiert am 12. August 2019: Die Einrichtung der Breitband-Verbindung wurde noch im Detail beschrieben.

Ich habe noch zwei ältere USB HSDPA Datensticks (O2 Surfstick 3 und Huawei E1550), welche unter Linux immer problemlos funktioniert haben. Linux erkennt diese und der Netzwerk Manager übernimmt dann die weitere Benutzung (also PIN Abfrage und dann der Verbindungsaufbau).

Leider wird dies vom Deepin Netzwerkmanager (noch) nicht unterstützt. Als Workaround kann ein anderer Netzwerkmanager zusätzlich installiert werden.

Meine Wahl ist auf den Betzwerkmanager von Gnome gefallen, welcher über:

sudo apt-get install network-manager-gnome

installiert werden kann. Nach einer Neuanmeldung findet dieser sich dann in der Taskleiste neben Batterie, Lautstärke, u.s.w. und wir können das Netzwerk nun zusätzlich über diesen Netzwerkmanager steuern.

Auch ohne Neustart lässt sich die Applikation im Menü unter System -> Advanced Network Configuration finden und starten.

Einrichtung des Sticks

Die Einrichtung hängt nun natürlich sowohl von der Hardware als auch vom Provider ab. Ablauf ist aber wie folgt:

a) Start der Applikation Advanced Network Configuration und das „+“ drücken:

Nun wählen wir „Mobiles Breitband“ aus:

Und wählen im Anschluss die (vorher eingesteckte!) Hardware aus:

Im weiteren Verlauf werden wir nach einigen weiteren Informationen abgefragt, die von Provider zu Provider unterschiedlich sind. Bei mir war mein Provider zwar aufgelistet, aber der Abrechnungsmodus war nicht angegeben, so dass ich den APN von Hand eingegeben habe.
Am Ende wurde die Verbindung angelegt:

Hier habe ich lediglich den Verbindungsnamen angepasst. Es ließe sich aber noch sehr viel mehr einstellen, was aber für mich nicht notwendig war.

So auf ein Neustart verzichtet wurde, so wird dieser vor der Nutzung des Sticks noch notwendig. Das Network Manager Applet lässt sich zwar per nm-applet starten, der Stick wird gesehen und es wird auch nach der Pin gefragt:

Und in der Status-Leiste sieht man nun neben dem Deepin Network Manager auch den Gnome Network Manager:

Im roten Kreis ist der Gnome Network Manager zu sehen und im blauen Kreis der von Deepin. Somit hat man nun leider zwei Symbole in der Leiste. (Bei meinem Bild sieht man die Symbole mit einer verbundenen Ethernetverbindung.)

Deepin

Was ist Deepin?
Deepin ist eine Linux Distribution aus China, welche auf Debian basiert und vor allem einige UI Komponenten mitbringt. Hinter der Distribution steckt die chinesische Firma Deepin Technology Co., Ltd.

Was macht Deepin aus?
Deepin bringt das Deepin Desktop Environment, welches aus meiner Sicht eine sehr gute Bedienung mit sich bringt – derzeit aus meiner Sicht die Beste Desktop-Lösung unter Linux.

Besonders interessant ist die Konfiguration, welche sich an der rechten Seite als Leiste öffnet.

Wie komme ich zu Deepin?
In letzter Zeit sind einige, sehr kleine Geräte auf den Markt gekommen. One Mix 3S Yoga, Chuwi Minibook, GPD P2 Max, …) die ich als späteren Ersatz für mein älteres Apple MacBook Air 11″ ansehe. Und da kommen dann auch teilweise Touch Displays zum Einsatz, so dass ich schon nach einer Linux Distribution gesucht habe, die ich dann auch diesbezüglich nutzen kann. Und auch in dem Bereich scheint Deepin mit am weitesten zu sein…

Mein bisheriges Fazit
Deepin ist schon eine sehr gute und ausgereifte Distribution. Die Oberfläche lässt sich sehr gut bedienen und das Meiste war intuitiv nutzbar. Nur wenige Dinge musste ich kurz suchen (z.B. die Konfiguration von aktiven Ecken).

Somit wird das erst einmal meine bevorzugte Distribution, welche ich für meine Zwecke einsetzen werde und über die ich in Zukunft noch ein paar weitere Beiträge schreiben werde.

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Linux Installation in VM und native

Es kann interessant sein, wenn man auf einem System das Linux sowohl in einer VM (z.B. unter Windows mit VMware Workstation) als auch direkt booten kann. Zum direkten Starten der Linux VM verwende ich einen einfachen USB Stick, den ich in den Rechner stecken kann.

Aufbau
Ein System mit zwei Festplatten, so nutze ich einen Lenovo Laptop mit einer zweiten Festplatte.

Auf der ersten Festplatte wird Windows in der Regel bereits installiert sein, so dass wir als nächsten Schritt VMware Workstation installieren und dann eine VM einrichten:

  • Bei der VM ist wichtig, dass wir die zweite Festplatte als physikalische Festplatte übergeben.

Die Installation der Linux Distribution (ich habe Debian genutzt) erfolgt dann ohne Besonderheiten. Bei der Installation kann die zweite Festplatte wie gewünscht partitioniert und genutzt werden.

Nach der Installation sollten wir noch die open-vm-tools installieren und schon haben wir unsere Linux VM fertig zur Benutzung.

Nun benötigen wir einen USB Stick, welchen wir anschließen und in VMware Workstation der laufenden Linux VM zuweisen. Diese sollte den USB Stick erkennen, so dass wir das Gerät nutzen können. (Falls wir den Device Namen nicht kennen, dann einfach per „sudo dmesg“ oder „lsblk“ nachschauen.)

Formatieren des USB Sticks
Der USB Stick wird im MBR Format formatiert und eine erste Partition für ein FAT Filesystem erzeugt. Dieser Partition setzen wir noch das boot Flag. Im Anschluss formatieren wir die Partition mittels mkfs.msdos.

Syslinux
Wir installieren das Paket syslinux und bereiten den Stick für das booten vor:

  • Wir schreiben den bei syslinux mitgelieferten mbr auf den Stick
    dd conv=notrunc bs=440 count=1 if=mbr.bin of=/dev/sdX
    (Die datei mbr.bin findet sich bei Debian unter /usr/lib/syslinux/…)
  • Wir prüfen noch einmal das boot Flag der ersten Partition.
  • Wir schreiben notwendige Dateien auf die Partition:
    syslinux –install /dev/sdX1

Nun kopieren wir aus /boot die Dateien
– inird.img.*
– vmlinuz-*
auf die Partition des Sticks und legen dort die Datei syslinux.cfg mit folgendem Inhalt an:

DEFAULT linux
TIMEOUT 1
LABEL linux
KERNEL vmlinuz-<rest of filename>
APPEND ro root=UUID=<UUID of root device>
initrd=initrd.img-<rest of filename>

Dabei ist natürlich zu ersetzen:
– <rest of filename> mit dem exakten Namen der initrd/vmlinuz files.
– <UUID of root device> mit der UUID der root Partition. Diese sollte auch in der /etc/fstab stehen oder kann mit blkid ermittelt werden.

Hinweis: Wenn in der /etc/fstab Partitionen noch mit /dev/sdXY angegeben wurden, so empfehle ich, diese auch durch die UUID zu ersetzen!

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