WSL: Services automatisch starten

Beiträge der WSL Serie

Wir haben im letzten Blog ssh installiert und den Service gestartet.

Wenn wir aber Windows neu gestartet oder WSL mit „wsl -t debian“ beendet haben, dann mussten wir feststellen, dass der ssh Service nicht mehr lief.

WSL startet kein Linux System, wie wir es von vollwertigen Installationen gewohnt sind. Dies kann man auch gut erkennen, wenn wir einmal systemctl aufrufen:

konrad@ZBook15G2:~$ systemctl
System has not been booted with systemd as init system (PID 1). Can't operate.
Failed to connect to bus: Host is down
konrad@ZBook15G2:~$

Dies ist sehr ärgerlich, denn davon sind alle Dienste betroffen. Aber wir wollen ggf. ja cron Einträge machen oder oder per ssh zugreifen. Daher müssen wir dafür sorgen, dass die Dienste, die wir brauchen, gestartet werden.

Schritt 1: sudo ohne Passwort aufrufen

Damit wir generell services manipulieren können, ohne dass ein Passwort eingegeben werden muss, tragen wir dies bei sudoers ein:

echo "%sudo   ALL=(ALL) NOPASSWD: /usr/sbin/service *" > /etc/sudoers.d/service

Danach können wir nun den service Befehl mittels sudo aufrufen ohne dass wir unser Passwort eingeben müssen.

Schritt 2: Prüfen, ob ein Service läuft

Nun können wir prüfen, ob ein Service läuft. Den Status von ssh können wir mittels

service ssh status

anzeigen lassen.

In einem Script können wir den Status auswerten und bei Bedarf den Service neu starten:

[ "`service ssh status | sed 's/.*not running.*/nok/'`" == "nok" ] && sudo service ssh start

Damit wird in der Ausgabe nach „not running“ gesucht um aus dem ganzen Text ein „nok“ zu machen. So das erfolgreich war, wird der Service neu gestartet.

Schritt 3: Script, das alle Services startet, die wir brauchen

In dem Homelaufwerk von meinem User habe ich ein Script services.sh erstellt:

#!/bin/bash
# Start Services if not running

[ "`service ssh status | sed 's/.*not running.*/nok/'`" == "nok" ] && sudo service ssh start
[ "`service dbus status | sed 's/.*not running.*/nok/'`" == "nok" ] && sudo service dbus start
[ "`service cron status | sed 's/.*not running.*/nok/'`" == "nok" ] && sudo service cron start

Schritt 4: Automatisches Starten des Scripts

Damit sicher gestellt ist, dass die Services laufen, wenn ich mit dem System arbeite, habe ich:

Autostart

Im Autostart ein Shortcut erstellt, welcher aufruf:

wsl.exe bash ~/services.sh

Dadurch werden alle Services in meinem Windows Subsystem für Linux gestartet, wenn ich mich anmelde.

.bashrc

In meiner .bashrc habe ich den Aufruf ~/services.sh aufgenommen. Somit wird bei jedem Öffnen einer Shell noch einmal geprüft, ob die Services alle laufen.

WSL: C++ Entwicklung mit CLion

Beiträge der WSL Serie

Die Entwicklungsumgebung CLion von JetBrains bringt keinen eigenen Compiler mit sondern kann mit diversen Compilern umgehen.

Eine Option ist dabei, ein Windows Subsystem für Linux zu nutzen. Dann kann der Windows Arbeitsplatz genutzt werden, um Software für Linux zu entwickeln.

Software auf Debian installieren

Damit auf dem Debian WSL entwickelt werden kann, müssen erst die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu werden die folgenden Pakete installiert:

Paket Beschreibung
build-essential Grundlegende Tools rund um den Compiler.
cmake cmake als Standard Make-Tool von CLion
gdb Debugger
ssh Sammlung von SSH Paketen incl. openssh-server

Die Installation kann mit folgendem Befehl durchgeführt werden:

sudo apt-get install build-essential cmake gdb ssh

Nach der Installation von ssh muss der Server noch gestartet werden:

sudo service ssh start

Konfiguration der CLion Toolchain

Als nächstes können wir die Toolchain in CLion konfigurieren. Dazu öffnen wir in CLion die Settings (File -> Settings…)
In den Settings finden sich die Toolchains unter Build, Execution, Deployment

Dort öffnet sich über das (+) ein kleines Menü, in dem WSL ausgewählt werden kann. Danach sind folgende Felder ausfüllbar:

Feld Beschreibung
Name Hier kann ein beliebiger Name für diese Toolchain eingegeben werden. Default ist WSL.
Environment In dem Dropdown kann keine WSL Umgebung ausgewählt werden, so mehrere installiert wurden.
Credentials Hier muss konfiguriert werden, wie CLion per ssh auf die WSL zugreifen soll. Eingabe von localhost als host und speichern von User/Passwort reicht schon aus. Wer kein Passwort speichern möchte, kann auch über einen SSH Key zugreifen.

Die übrigen Felder sollten automatisch gefüllt werden. CLion kann auf das System zugreifen und selbständig feststellen, welche Tools in welcher Version installiert sind.

Gratulation, CLion ist bereit, um mit dem Linux Subsystem C++ Projekte zu übersetzen!

Links

Edits

19.06.2020 Tippfehler beseitigt, Paket heißt build-essential und nicht build-essentials

WSL: Interaktion zwischen den Systemen (II)

Beiträge der WSL Serie

In diesem Beitrag möchte ich etwas auf die Interaktion zwischen Linux und Windows Applikationen auf der jeweiligen Shell / Eingabeaufforderung eingehen.

Starten von Linux Programmen unter Windows

Wenn wir eine Windows Eingabeaufforderung geöffnet haben, dann können Linux Prozesse gestartet werden, in dem vor dem Aufruf ein wsl vorrangestellt wird. Wenn ich z.B. in der Windows Eingabeaufforderung das aktuelle Verzeichnis mittels „ls“ anzeigen lassen möchte, dann kann ich dieses mittels

wsl ls

ausführen.

Wenn sich die Befehlszeile aus mehreren Befehlen zusammen setzt (z.B. getrennt durch das Pipe Zeichen („|“), so kann dies bei jedem Befehl erfolgen. Z.B. über

dir | wsl grep file

Der Windows Befehl „dir“ gibt seine Ausgabe an den Linux Befehl „grep file“, d.h. es wird von grep nach Zeilen mit der Zeichenkette ‚file‘ gesucht.

Starten von Windows Programmen aus Linux

Umgekehrt ist es auch möglich, aus der Linux Shell ein Windows Programm zu starten. Dazu muss der Befehl mit der Endung (z.B. .exe) eingegeben werden:

notepad.exe

Links

WSL: Interaktion zwischen den Systemen (I)

Beiträge der WSL Serie

Nach der Installation des Windows Subsystems für Linux und einer Linux Distribution haben wir nun zwei Systeme. Aber die zwei Systeme sind nicht komplett voneinander getrennt zu sehen, denn Microsoft hat viele Möglichkeiten eingebaut, damit die zwei Systeme miteinander agieren können und Anwender so das Beste aus beiden Welten kombinieren können.

Keine getrennten Systeme!

Eine wichtige Tatsache ist, dass es sich hier nicht um zwei getrennte Systeme handelt, wie es z.B. bei den den üblichen VM wie VirtualBox oder Vmware Workstation der Fall wäre.

Um dies etwas aufzuzeigen, installieren wir einmal ssh unter Linux (Debian):

sudo apt-get install ssh
sudo service ssh start

Sobald der ssh Service unter Debian startet bekommen wir unter Windows das Popup der Firewall: Bei welchen „Netzwerkklassen“ darf auf den Port zugegriffen werden.

Wenn wir unter Windows einen ssh Client haben, dann können wir da auch drauf zugreifen über die ip 127.0.0.1.

Wir können aber auch die IPs vergleichen:

ip address

Wir bekommen die Devices angezeigt und die IPs von Windows (Welche wir uns z.B. mit

ipconfig -all

auf der Eingabeaufforderung anzeigen lassen können).

Zugriff auf Windows Dateien aus der WSL

Wenn wir nun in einer Shell von Debian sind, dann können wir auf die Dateien von unserem Windows System zugreifen. Dazu werden die Laufwerke unter /mnt gemounted.

Somit finden wir unter /mnt/c unser Laufwerk C:

Wir können dies unter Linux prüfen über den Befehl

mount

Dies gibt uns unter anderem aus, wie einzelne Filesysteme eingebunden wurden:

C:\ on /mnt/c type drvfs (rw,noatime,uid=1000,gid=1000,case=off)

Bei einem System von mir, war hier aber uid und gid 0 statt 1000. Daher hatte nur root Schreibzugriff. Dies kann man über die /etc/wsl.conf steuern:

[autoconf]
options = "metadata,uid=1000,gid=1000"

Hier können wir die Optionen, die der mount Befehl unterstützt, eintragen.

Gemeinsames Home

Derzeit ist es so, dass wir zwei Home Laufwerke haben. Unter Linux finden wir unsere Dateien unter /home/<username>/ und unter Windows haben wir c:\Users\<username>.

Dies können wir aber auch noch anpassen und alle unsere Dateien unter c:\users\<username> legen. Der erste wichtige Schritt ist die Kontrolle, dass unser User die notwendigen Schreibrechte auf /mnt/c hat. Ist dies gegeben, dann können wir unser Unix-Homelaufwer verschieben und statt dessen einen Softlink auf das Windows Verzeichnis einrichten.

In dem folgenden Beispiel habe ich <username> durch konrad ersetzt – mein User unter Linux und Windows ist konrad:

cd /home
sudo mv konrad konrad.old
sudo ln -s /mnt/c/Users/konrad konrad
cp konrad.old/.??* konrad/

Der letzte Befehl kopiert die Dateien, die mit . anfangen, in das Windows Homeverzeichnis. Hier ist vor allem die .bashrc mit Einstellungen für die Linux Shell wichtig.

Sollten bereits weitere Dateien erzeugt worden sein, so sind diese ggf. auch noch zu kopieren.

Zugriff auf Linux Dateien von Windows aus

Nun haben wir unter Linux auf die Windows Dateien zugegriffen. Aber vielleicht wollen wir auch den umgekehrten Fall: Zugriff aus z.B. dem Windows Explorer auf die Dateien des Linux Subsystems.

Dafür hat Microsoft den Share \\wsl$ erzeugt. Wenn man im Windows Explorer in der Adresszeile 

\\wsl$

eingibt, dann werden alle Linux Subsysteme angezeigt. (Bei mir gibt es nur das Debian System, somit wird Debian angezeigt)

Ein Doppelclick zeigt dann den Inhalt des Debian Dateisystems an. Ich kann aber auch immer die Adresse direkt angeben:

\\wsl$\Debian

Damit haben wir nun Zugriff auf alle Dateien sowohl unter Linux als auch unter Windows.

Im nächsten Beitrag „WSL: Interaktion zwischen den Systemen (II)“ werde ich auf die Interaktion zwischen Projekten eingehen.

Windows Subsystem für Linux (WSL)

Beiträge der WSL Serie

Microsoft hat schon eine ganze Zeit lang das Windows Subsystem für Linux (kurz: WSL) unter Windows 10 bereit gestellt so dass dies inzwischen aus dem „Versuchsstadium“ heraus sein sollte.

Unter Windows war ich bisher ein Fan von cygwin, denn ich wollte unter Windows auch die gewohnten Tools nicht missen.

Daher wird es nun für mich Zeit, diese Microsoft Lösung näher anzusehen und eine kleine Serie aufzusetzen, welche die wichtigsten Schritte kurz erläutert und auch mögliche Anwendungsgebiete aufzeigt.

WSL 1 und WSL 2

Das Windows Subsystem für Linux existiert nun schon in der zweiten Version. Microsoft hat hier aus meiner Sicht kräftig nachgebessert, so dass ich auf jeden Fall empfehlen würde, immer gleich auf die WSL 2 gehen.

Voraussetzung für WSL 2 ist Windows 10 in Version (Build) 19041 oder neuer

Installation

Die Installation erfolgt entweder über die GUI:
– Einstellungen Öffnen
– Apps auswählen
– Ganz unten „Programme und Features“ anklicken
– im neuen Fenster dann „Windows Features aktivieren oder deaktivieren“
– Feature „Windows-Subsystem für Linux“ auswählen und Installation starten.

Oder man öffnet einfach eine Eingabeaufforderung oder PowerShell mit Administrator-Rechten und gibt ein:

dism.exe /online /enable-feature /featurename:Microsoft-Windows-Subsystem-Linux /all /norestart

Nach der Installation des Windows Subsystems für Linux müssen wir den Rechner einmal neu starten.

Das blanke Subsystem nützt uns aber erst einmal nichts. Was wir nun noch benötigen ist eine Linux Distribution. Diese können wir einfach über den Microsoft Store installieren. Die gängigsten Distributionen sind verfügbar und als Debian Fan ist meine Wahl direkt auf Debian gefallen.

Nach der Installation können wir uns noch einen Eintrag in dem Startmenü anlegen lassen.

Der ersten Start dauert etwas, da jetzt die Debian Installation weiter konfiguriert wird. Im Rahmen dieser Installation wird der User erstellt, mit dem zukünftig gearbeitet werden kann.

Erster Überblick

Beim Start von Debian öffnet sich ein Fenster und man sieht eine Shell vom angelegten User.

Sudo ist eingerichtet und man kann sich z.B. per

sudo su -

eine root-Shell holen (nach Eingabe des vergebenen Passwortes).

Unter /mnt werden die Windows Laufwerke gemappt, jedoch hat hier nur root Schreibzugriff (Dies passen wir noch im nächsten Beitrag an).

Software

Auf dem System ist noch nicht viel an Software installiert. Je nachdem, was man alles machen will, kann man aber Debian Pakete nachinstallieren. Ein X11 Server steht hier aber erst einmal nicht zur Verfügung, so dass X11 Programme erst einmal nicht zur Verfügung stehen. Wie diese Thematik gelöst werden kann, werde ich in Kürze ebenfalls beleuchten.

Der Zugriff auf die Repositories funktioniert aber ohne Probleme, wie man mit apt-get schnell sehen kann. Eine Aktualisierung des Systems erfolgt über die folgenden zwei Befehle:

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade

Links

Helligkeit des Bildschirms steuern

Die Helligkeit des Bildschirms kann man über die Einstellungen manuell anpassen oder auch automatisch anpassen lassen.

Leider funktioniert dies mit Deepin bei meinem Apple MacBook Air nicht ganz so gut, so dass ich öfters die Helligkeit von Hand einstellen möchte.

Mit der Maus ist dies zwar problemlos möglich, aber von der Bedienung her nicht immer ganz handlich. Da ich aber immer auch ein Terminal offen habe, habe ich mich nach einer Lösung für die Kommandozeile umgesehen.

Das Tool xrandr kann die Helligkeit einstellen. Ein einfacher Aufruf von xrandr zeigt erst einmal alle vorhandenen Monitore an incl. der Information, ob diese angeschlossen sind oder nicht und welche Modi unterstützt werden. Für die Einstellung benötigen wir den Namen des aktiven Monitors, daher schauen wir nach der Zeile mit „connected primary“.

Die Helligkeit lässt sich nun mit einem Aufruf

xrandr –output <Name> –brightness <Level>

einstellen. <Name> ersetzen wir durch den Namen des Monitors und <Level> mit der Helligkeit. 0 ist dabei komplett dunkel und 1 ganz hell.

Damit ist die Helligkeit mit einem einfachen Befehl anpassen kann, habe ich mir kleine Scripte geschrieben, die ich mit einem Befehl aufrufen kann, z.B.:

#!/bin/sh
# Sets the bightness of active monitor to 1
#
monitor=`xrandr -q | grep "connected primary" | awk '{ print $1 }'`
xrandr --output $monitor --brightness 0.7

So habe ich mir kleine Scripte geschrieben für low, medium und high Einstellungen.

Aktueller Kernel für Deepin

Der Eine oder Andere, der Deepin nutzt, spielt evtl. mit dem Gedanken, einen neuen 5er Kernel für sein System zu besorgen. Deepin 15.11 nutzt derzeit noch den Kernel 4.15 und es den 5er Kernel gibt es schon eine gewisse Zeit und bringt evtl. das eine oder andere Feature mit, das für einen interessant ist.

Hinweis: Der 4er Kernel wird natürlich auch weiter gepflegt! Es ist also kein Zeichen für ein Sicherheitsrisiko, dass diverse Distributionen noch auf einen 4er Kernel setzen! Wenn alles funktioniert, dann gibt es in der Regel keinen Grund für irgendwelche Experimente oder Aktionen!

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man an den neuen Kernel kommen kann.

  1. Es gibt ein neues Tool: Deepin Kernel Updater, mit dem auch etwas unbedarfte Nutzer schnell und einfach an einen neuen Linux Kernel kommen können (Achtung: Derzeit noch in der Beta Phase!) Dies ist ein einfacher und schneller Weg zum 5er Kernel.
  2. In dem internationalen Deepin Forum finden sich oft Threads zu neuen Kerneln, teilweise stellen Anwender den von Ihnen gebauten Kernel dort auch bereit. Wobei dies durch den neuen Deepin Kernel Updater wohl Vergangenheit sein müsste.
  3. Es ist natürlich möglich, den aktuellen Linux Kernel von Debian sid zu verwenden. Wenn die sid Repositories eingebunden sind, dann lässt sich z.B. aktuell der Kernel 5.2.0 mit einem einfachen Aufruf installieren:
    sudo apt-get -t sid install linux-image-amd64
  4. Eine letzte Variante ist die eigene Übersetzung des aktuellen Linux Kernels. Dies bedeutet aber einiges an Aufwand und Geduld. Falls aber bestimmte Dinge benötigt werden, die in den bereitgestellten Paketen nicht enthalten sind, dann ist dies oft die letzte Möglichkeit.

Im Folgenden beschäftige ich mich mit dem manuellen Übersetzen eines aktuellen Kernels auf einem Deepin System.

Vorarbeiten

Als erster müssen wir die notwendigen Pakete installieren:

apt-get install libncurses-dev wget bzip2 make build-essential bc chrpath gawk texinfo libsdl1.2-dev whiptail diffstat cpio libssl-dev flex bison libelf-dev libssl-dev libncurses5-dev qt4-default qt4-dev-tools

Herunterladen und Entpacken der Linux Kernel Sources

Der Linux Kernel kann unter https://www.kernel.org/ herunter geladen werden. Dazu einfach den tarball des gewünschten Kernels herunter laden.

Nun entpacken wir den Kernel an einem geeigneten Ort. Dies kann z.B. mit folgendem Befehl erfolgen

tar xf ~/Downloads/linux-5.2.8.tar.xz
cd linux-5.2.8

Nun kopieren wir die aktuelle Konfiguration des Kernels, den wir im Einsatz haben:

cp /boot/config-`uname -r` .config

Anpassung der Konfiguration

Nun müssen wir die Konfiguration anpassen. Wir müssen mindestens einmal ein

make oldconfig

laufen lassen um die Einstellungen, welche neu zu der eingespielten Konfiguration sind, vornehmen zu können. Wer hier die ganzen Optionen nicht durchgehen möchte, kann einfach ein

yes "" | make oldconfig

laufen lassen.

Eine individuelle Einstellung diverser Einstellungen kann man mit einem der folgenden Befehle vornehmen:

make config
make menuconfig
make xconfig

Ich selbst rate zu make menuconfig oder make config, da diese am intuitivsten zu bedienen sind.

Übersetzen des Kernels

Als nächstes übersetzen wir den Kernel. Da hier sehr viele einzelne Dateien zu übersetzen sind, macht es Sinn, make anzuweisen, mehrere Dateien parallel zu übersetzen. Dazu dient der Parameter -j<x> wobei x für die Anzahl der parallelen Übersetzungen steht, z.B. -j4 für 4 parallele Übersetzungen.

Übersetzen des Kernels

make -j4 bzImage modules

Bau von Debian Paketen (diese finden sich dann im Anschluss ein Verzeichnis höher)

make -j4 pkg-deb

Installation des compilierten Kernels

Die Installation kann man nun direkt von den Sourcen aus anstoßen:

sudo make install install-modules

Alternativ lassen sich die erstellten Debian Pakete nutzen (Dies ist der von mir empfohlene Weg!):

cd ..
sudo dpkg -i ../

Nun noch den Bootloader grub aktualisieren und das System neu starten

sudo update-grub
sudo reboot

Links

Deepin mit Debian Repositories nutzen

Die Deepin 15.x Distribution basiert auf Debian, auf Debian sid (unstable) um genau zu sein. Wenn einem nun irgendeine Software in Deepin fehlt, diese aber bei Debian sid vorhanden ist, dann liegt es nahe, diese von den Debian Repositories zu beziehen.

Ehe wir uns aber Software aus einer weiteren Quelle beziehen sollten wir uns genau überlegen, was für Probleme wir uns damit eventuell einhandeln könnten:

  • Wenn Deepin Pakete von Debian erneuert werden, dann kann es passieren, dass Paketabhängigkeiten nicht mehr richtig funktionieren.
  • Pakete von Debian sid/unstable sind weniger getestet. Hier findet die Hauptarbeit an der Distribution statt und die Pakete wandern dann nach erfolgreichem Einsatz in die Testing Distribution ehe sie dann in einem stabilen Release landen.
  • Das Security Team von Debian kümmert sich in unstable nicht um Security Fixe. Daher kann es sein, dass notwendige Sicherheitspatche erst verzögert in sid/unstable landen.

Aus diesen Gründen ist die klare Empfehlung, dass wir bei Software doch am Besten bei der Software der Deepin Distribution bleiben und nur fehlende Stücke von den Debian Repositories installieren. Dies lässt sich über ein „Apt Package Pininning“ (oder kurz Apt Pinning) erreichen.

Konfiguration
Als erstes fügen wir das Repository von Debian hinzu:
Dazu erstellen wir die Datei /etc/apt/sources.list.d/debian.list mit folgendem Inhalt:

deb http://ftp.debian.org/debian sid main contrib non-free
deb-src http://ftp.debian.org/debian sid main contrib non-free

Nun setzen wir die Prioritäten (Apt-Pinning). Dazu erstellen wir die Datei /etc/apt/preferences mit folgendem Inhalt:

# Deepin Package Pinning
Package: *
Pin: release o=Linux Deepin
Pin-Priority: 990

Die Prioritäten können wir nach einem „sudo apt-get update“ nun per „sudo apt policy“ prüfen. Der Befehl sollte uns nun die Policies aufzeigen:

  • Prio 100 für /var/lib/dpkg/status
  • Prio 500 für debian repositories (mehrere)
  • Prio 990 für deepin repositories (mehrere)

Nun steht einer Nutzung nichts mehr im Wege. wir synchronisieren erst einmal unsere apt datenbank mit den Repositories: apt update

Nun können wir ein Paket von den Debian Repositories installieren oder das installierte Paket von dort updaten:
apt-get -t sid install libreoffice

(um z.B. libreoffice von Debian zu installieren oder auf die Debian Version upzugraden)

Links

O2 Surfstick 3 mit Deepin

Editiert am 12. August 2019: Die Einrichtung der Breitband-Verbindung wurde noch im Detail beschrieben.

Ich habe noch zwei ältere USB HSDPA Datensticks (O2 Surfstick 3 und Huawei E1550), welche unter Linux immer problemlos funktioniert haben. Linux erkennt diese und der Netzwerk Manager übernimmt dann die weitere Benutzung (also PIN Abfrage und dann der Verbindungsaufbau).

Leider wird dies vom Deepin Netzwerkmanager (noch) nicht unterstützt. Als Workaround kann ein anderer Netzwerkmanager zusätzlich installiert werden.

Meine Wahl ist auf den Betzwerkmanager von Gnome gefallen, welcher über:

sudo apt-get install network-manager-gnome

installiert werden kann. Nach einer Neuanmeldung findet dieser sich dann in der Taskleiste neben Batterie, Lautstärke, u.s.w. und wir können das Netzwerk nun zusätzlich über diesen Netzwerkmanager steuern.

Auch ohne Neustart lässt sich die Applikation im Menü unter System -> Advanced Network Configuration finden und starten.

Einrichtung des Sticks

Die Einrichtung hängt nun natürlich sowohl von der Hardware als auch vom Provider ab. Ablauf ist aber wie folgt:

a) Start der Applikation Advanced Network Configuration und das „+“ drücken:

Nun wählen wir „Mobiles Breitband“ aus:

Und wählen im Anschluss die (vorher eingesteckte!) Hardware aus:

Im weiteren Verlauf werden wir nach einigen weiteren Informationen abgefragt, die von Provider zu Provider unterschiedlich sind. Bei mir war mein Provider zwar aufgelistet, aber der Abrechnungsmodus war nicht angegeben, so dass ich den APN von Hand eingegeben habe.
Am Ende wurde die Verbindung angelegt:

Hier habe ich lediglich den Verbindungsnamen angepasst. Es ließe sich aber noch sehr viel mehr einstellen, was aber für mich nicht notwendig war.

So auf ein Neustart verzichtet wurde, so wird dieser vor der Nutzung des Sticks noch notwendig. Das Network Manager Applet lässt sich zwar per nm-applet starten, der Stick wird gesehen und es wird auch nach der Pin gefragt:

Und in der Status-Leiste sieht man nun neben dem Deepin Network Manager auch den Gnome Network Manager:

Im roten Kreis ist der Gnome Network Manager zu sehen und im blauen Kreis der von Deepin. Somit hat man nun leider zwei Symbole in der Leiste. (Bei meinem Bild sieht man die Symbole mit einer verbundenen Ethernetverbindung.)

Deepin

Was ist Deepin?
Deepin ist eine Linux Distribution aus China, welche auf Debian basiert und vor allem einige UI Komponenten mitbringt. Hinter der Distribution steckt die chinesische Firma Deepin Technology Co., Ltd.

Was macht Deepin aus?
Deepin bringt das Deepin Desktop Environment, welches aus meiner Sicht eine sehr gute Bedienung mit sich bringt – derzeit aus meiner Sicht die Beste Desktop-Lösung unter Linux.

Besonders interessant ist die Konfiguration, welche sich an der rechten Seite als Leiste öffnet.

Wie komme ich zu Deepin?
In letzter Zeit sind einige, sehr kleine Geräte auf den Markt gekommen. One Mix 3S Yoga, Chuwi Minibook, GPD P2 Max, …) die ich als späteren Ersatz für mein älteres Apple MacBook Air 11″ ansehe. Und da kommen dann auch teilweise Touch Displays zum Einsatz, so dass ich schon nach einer Linux Distribution gesucht habe, die ich dann auch diesbezüglich nutzen kann. Und auch in dem Bereich scheint Deepin mit am weitesten zu sein…

Mein bisheriges Fazit
Deepin ist schon eine sehr gute und ausgereifte Distribution. Die Oberfläche lässt sich sehr gut bedienen und das Meiste war intuitiv nutzbar. Nur wenige Dinge musste ich kurz suchen (z.B. die Konfiguration von aktiven Ecken).

Somit wird das erst einmal meine bevorzugte Distribution, welche ich für meine Zwecke einsetzen werde und über die ich in Zukunft noch ein paar weitere Beiträge schreiben werde.

Links